Jahresbericht 2019

Gerne überbringe ich den Gruss und die Dankesworte aus Béog-Neeré.

2019 wohnen 27 Kinder im Heim. 16 Kinder (im Schuljahr 2018/2019 20 Kinder) besuchen die Schule Maurice Lack und 10 Kinder (im Schuljahr 2018/2019 8 Kinder) gehen in das Lyceé de L’Alliance Chrétienne (LAC), eine weiterführende Schule gegenüber dem Heim. Von den 15 Externen, für die wir die Schule bezahlen, nicht aber für die Unterkunft und für das Essen aufkommen müssen, wissen wir, dass Ende 2018 zwei Jugendliche an einer Universität im vierten respektiv im zweiten Jahr studieren. 2 Jugendliche sind an einer Berufsschule untergebracht. Amidou Barry 16jährig, beginnt eine Lehre als Schneider und Amadou Tiemboré 12jährig, eine Lehre als Elektriker. Beide besuchen das Lysée Technique et Professionell Saint Grégoire und wohnen weiterhin im Heim.

Es fällt Marianne und mir auf, dass von den 15 extern geschulten Kinder, 6 ihre Klasse wiederholen müssen und das nicht zum ersten Mal. Es sind Jugendliche zwischen 19 und 23 Jahre alt. Wir werden uns um eine Klärung bemühen. Im gesamten kommen wir für 44 Kinder und Jugendlichen auf.  1 Kind hat das Heim auf eigenen Wunsch verlassen.

Leider wurde das Heim von Krankheiten nicht verschont. Die Malariaepidemie forderte ihre Opfer. Einigen Kindern mussten sich in Spitalpflege begeben, wo sie eine Infusion erhielten. Ein Kind hatte das Denguefieber. Amidou Barry befindet sich immer noch in Behandlung im Krankenhaus von Yalagdo. Im Dezember hatte er Krämpfe in den Beinen und wurde ins Krankenhaus PAUL VI überwiesen. Es leidet an der Mondsichelbluterkrankung.

Der grösste Teil der Kinder blieben für die Sommercamps, die in zwei Blöcke à 2 Wochen eingeteilt wurden, im Heim. Den Start machte am 30. Juni ein Besuch des uns bekannten Sculpturenpark Laongo. Nach der Präsentation der Geschichte des Parks, besichtigten die Kinder mit einem Führer den Park. Das mitgebrachte Picknick genossen sie unter den Bäumen und gingen danach, ausgestattet mit Handschuhen und Säcken, Plastik einsammeln. Diese Aktion soll die Kinder sensibilisieren, keinen Abfall zu hinterlassen und der Umwelt Sorge tragen. Anschliessend statteten sie Arthur, einem ehemaligen Kameraden, der bereits eine Lehre absolviert, einen Besuch in Kampèla ab. Wie auch letztes Jahr, durften die Kinder unter den kundigen Augen eines Schweissers Bänke und Tische der Schule reparieren. Zum Teil fand der Unterricht im Atelier des Meisters ausserhalb des Heimes statt. Mit Geschick und Freude haben sie ihre Betten in verschiedensten Farben angemalt und in der Küche haben sie gelernt, einfache Gerichte zu kochen. Aus gesammeltem Altpapier entstehen Briketts. Die Grusskarten, die wir immer zum Jahresende bekommen, wurden ebenfalls in dieser Zeit hergestellt. In Atelierkursen wurden sie in Musik, Rhythmus und Tanz unterrichtet und die Lederbearbeitung konnte vertieft werden. Auch im Garten wurde fleissig gearbeitet und mit Hingabe pflegten die Kinder ihre Bäume. Betreut wurden die Kinder durch Solange Tassembédo, unserer Direktorin, Rasmata Zongo und Drissa Coulibaly sowie den Animateuren der verschiedenen Workshops. Die restlichen 2 Monate verbrachten sie bei ihren Familien.

Feldarbeiten und Kompost
Die Kinder beteiligen sich das ganze Jahr über an den Arbeiten im Garten. Im Juli pflanzten sie Erdnüsse, Bohnen, Erbsen und Süsskartoffeln, die im Oktober und November ernten konnten. Salat, Zwiebeln, Tomaten, Gurken, Kohl und verschiedene lokale Grünpflanzen wurden angesät, gepflegt und in der Küche zu herrlichen Mahlzeiten verarbeitet. Angeleitet und überwacht werden die Arbeiten von Richard Kafando, dem neuen Ausbilder. Unterstützung erhalten die Kinder von 2 Frauen aus dem Dorf. Neu wurde nach vielen Jahren wieder die Kompostgrube in Betrieb genommen.

Personelles
Im und für das Zentrum arbeiteten 17 Personen (im Vorjahr 15), für deren Lohn wir aufkamen.

Pascal Ouiya, erster Nachwächer, hat am 13. April 2019 geheiratet und empfing kurz danach seine katholische Taufe.

Austritte
Im Juni erhalten wir die traurige Nachricht, dass Kalid Sawadogo an 30. Mai verstorben ist. Er arbeitete als Surveillant Général für etwas mehr als zwei Jahre im Heim. Seiner Witwe bezahlten wir als Unterstützung 3 Monatslöhne und kamen für den Kauf des Sarges auf.

Robert Ilboudo, ein ehemaliges Kind von Béog-Neeré, machte sich eines Tages aus dem Staub und erschien nicht mehr zur Arbeit. Er arbeitete 2 Jahre im Heim. Die Vermutung, dass er eine besser bezahlte Arbeit gefunden hat, liegt nahe, aber niemand weiss das so genau.

Neuanstellungen
Im Juli trat Mamounata Sawadogo, verheiratet, ihre 100 % Stelle als Surveillante Générale an.

Im Oktober trat Yabiri Zangre, verheiratet und Vater von 6 Kindern, seine 100 % Stelle als Tageswächter an.

Ebenfalls im Oktober hat Richard Kafando, verheiratet und Vater von 4 Kinder, seine Stelle als Ausbildner der Erwachsenen und Kinder seine Stelle angetreten. Er arbeitet 5 Stunden pro Woche.

Ebenfalls im Oktober erhielte Paul Belemssigri, ein ehemaliges Kind von Béog-Neeré, einen Vertrag für kleineren Reparaturen. Er ist Schreiner, verheiratet und Vater von 2 Kindern, und arbeitete auch schon in den Sommercamps mit unseren Kindern. Diese Stelle haben Marianne und ich angeregt, da er durch den überrissenen Strassenbau der Regierung die Grundlage seines Geschäftes verloren hat.

Im Februar wurde ein grosses Fest gefeiert, an dem alle Internen, Externen, Ehemaligen, alle Angestellten und Pensionierten teilnahmen. Erfreulich ist, dass sich 21 Ehemalige einfanden. Bezahlt wurde das Fest von einer Gönnerin. Das war eines von 5 Feste, die im Heim stattfanden.

Im März besuchten 9 Studenten aus der «Ecole supérieure internationele 2iE» das Heim. Die jungen Leute werden zu Ingenieuren ausgebildet, insbesondere im Umweltbereich der erneuerbaren Energie. Dem Center spendeten sie 14 Obstbäume und einige Spritzkannen

Im April überreichte der Vater von Abdoul Tiemtoré dem Center 4 Hähne und einen Erdnusszinken, was in etwa 6 Schalen voll Erdnüssen entspricht. Er drückte mit diesen Gaben seine Dankbarkeit gegenüber dem Heim aus. Diese Geste wird sehr selten gesehen.

Im Mai erhielte das Heim Besuch der Schüler des «Kadiogo Military Prytanee KMP». Sie wohnen ebenfalls im Bezirk Komboinsin und ihre Aktion ist Teil ihrer Solidaritätswoche. Sie beschenkten das Center mit 250kg Reis, 40 l Öl, Schulbücher und Kleidung.

Pachtzins
Für das Land, das uns die Regierung zur Verfügung stellt, muss Pachtzins bezahlt werden. Es ist für uns eher undurchsichtig, wie und wann dieser erhoben wird. Wir werden die Angelegenheit weiter beobachten haben aber beschlossen, den Betrag von CFA 1'050'372 – CHF 1'770 zu übernehmen.

Neuerungen, Renovationen und wiederkehrende Ausgaben im Heim
Alle Räume des Heims wurden desinfiziert. Diese Ausgabe ist wiederkehrend und die Kosten belaufen sich auf CFA 445'000 – CHF 750.

Duschen
Den vor zwei Jahren gebauten Duschen wurden die Zargen herausgerissen und ersetzt. Marianne und ich waren entsetzt, als wir die Bilder gesehen haben. Nun hoffen wir, dass der Zustand wieder perfekt hergestellt wurde und das Erscheinungsbild wie zuvor sein wird.

Dächer
Auf den Dächern wurden Reparaturen gemacht und neu entstandene Löcher zugeschweisst.

Moskitogitter
Alle zwei Jahre werden die Moskitogitter an den Fenstern ersetzt. Dem Kostenantrag von CFA 950'000 – CHF 1'600 wurde entsprochen. (wiederkehrende Ausgabe)

Handwaschbecken
Im Heim wurden zwei Handwaschbecken installiert. Einer steht bei der Küche und der andere bei den WC’s. Kosten CFA 190'000 – CHF 320.

Küche
Vor der Küche wurde ein schattenspendender Hangar gebaut. Diesen Komfort wird von den Köchinnen sehr geschätzt.

Pumpe
Im Januar wurde die Pumpe revidiert. Eine Überprüfung der Pumpe, der Solarzellen und ihren Anschlüssen müssen alle zwei Jahre von den Herstellern garantiert werden.

Garten
Im Gemüsegarten wurde viel Gemüse gezogen, gepflegt und geerntet und die Bäume haben dieses Jahr bereits mehr Früchte getragen und bereicherten den Speiseplan des Heims. Leider starben wieder 4 Bäume ab. Der Baobab von Hans und Marianne Theurer trug hingegen, so klein er noch ist, wunderbare Blüten.

Neubau: Magazin
Am 27. Mai 2019 erteilten wir die Baubewilligung für das Magazin im hinteren Gelände. Dafür sprachen wir einen Betrag von CHF 17'000. Interessiert haben wir die Fortschritte beobachtet und Ende Jahr stand das Magazin fertig da. Jetzt muss es noch zweckgebunden eingerichtet werden. Es soll der Unterbringung von Werkzeug und Gartenmaterial dienen. Ein abschliessbarer Schrank wird die wertvollsten Stücke enthalten. Einer der Räume kann als Garderobe für Gärtner und Arbeiter benutzt werden. Jedes Kind besitzt Stiefel, die sie ebenfalls im Magazin verstaut können. Der Tisch aus Sounog-Zaka wird als zukünftige Werkbank in den Unterstand kommen.

Wir haben 2 Tranchen an Béog-Neeré überwiesen. Im Dezember 2018 CHF 27’300 für das 1. Semester 2019 und im Juni 2019 für das 2. Semester CHF 27’000. Damit kann der Betrieb reibungsfrei aufrechterhalten werden. Der Unterhalt für Béog-Nereé beläuft sich auf Total CHF 54’300.00. Für die Neuerungen, Schadensbeseitigungen und Renovationen mussten wir CHF 19'670 aufwenden.

Der Chramschopf Zollikerberg überwies uns im Juli, wie schon so oft, wieder CHF 20.000. Marianne Theurer verkaufte mit grossem Erfolg riesige Mengen an selbstgemachter Konfitüre. Auch die Kreationen des Adventszauber von Monika Kessler fanden Anerkennung und wurden zu Geld gemacht. Zusätzlich zu diesen Zuwendungen erhielten wir im Kalenderjahr 2019 Spendengelder über CHF 76'864. Wir dürfen seit Jahren auf sehr treue Spender zählen.

Unsere Website wurde Anfang November aufgeschaltet. Sie wurde 145 Mal aufgerufen von

Personen aus der Schweiz, USA, Deutschland, Burkina Faso, Österreich, China und Japan. Im Durchschnitt blieben die Personen 2,36 Minuten auf unseren Seiten, eine Minute länger als

im Schnitt. Im April 2020 sahen sie sich die Seite über 4 Minuten lang an. Zuerst wurden die «News» gefolgt von «Unsere Kinder», «Über uns» und «Unsere Partner» angeklickt. 1/3 der Besucher wollten auch über «Spenden» mehr wissen. Ich denke, dass wir im 2020 die Website zuerst auf Französisch und ev. auf Englisch übersetzen sollten.

Um die Website kennen zu lernen und den Inhalt mit allen Mitgliedern zu besprechen, wurde eine Zusammenkunft bei Monika Kessler einberufen. Regelmässig über das Jahr verteilt haben Marianne und ich Ausschusssitzungen zum Wohle unserer Kinder abgehalten. Wir trafen uns 4x zu Besprechungen. An dieser Stelle möchte ich Marianne ganz herzlich für ihren riesigen Arbeitseinsatz danken wie auch dem übrigen Vorstand für ihre unermüdliche Unterstützung in den Diensten unserer Kinder von Béog-Neeré.

Im Juni 2020 Monika Kessler

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